Wenn der erste Schnee die bayerischen Alpen in ein glitzerndes Winterwunderland verwandelt, beginnt für Schneeschuh-Enthusiasten die schönste Zeit des Jahres. Winterwandern auf Schneeschuhen bietet eine einzigartige Möglichkeit, die verschneite Bergwelt fernab überfüllter Pisten zu erleben und in die stille Schönheit der Natur einzutauchen.

Warum Schneeschuhwandern?

Schneeschuhwandern hat sich in den letzten Jahren zu einer der beliebtesten Wintersportarten entwickelt – und das aus gutem Grund. Anders als beim Skifahren benötigen Sie keine jahrelange Übung, um die Grundtechnik zu beherrschen. Wenn Sie gehen können, können Sie auch Schneeschuhwandern. Die modernen Schneeschuhe sind leicht, komfortabel und ermöglichen es Ihnen, auch durch tiefen Pulverschnee zu stapfen, ohne einzusinken.

Die Ruhe und Abgeschiedenheit, die Sie beim Schneeschuhwandern erleben, sind unvergleichlich. Während die Skipisten von Menschenmassen bevölkert sind, können Sie auf Schneeschuhen einsame Winterlandschaften erkunden, frische Spuren in den unberührten Schnee ziehen und die Stille der Berge genießen. Der sanfte Rhythmus Ihrer Schritte im Schnee wirkt meditativ und entspannend.

Die Top 5 Schneeschuhtouren in Oberbayern

1. Schneeschuhwanderung am Spitzingsee

Der Spitzingsee gehört zu den beliebtesten Ausgangspunkten für Schneeschuhtouren in Oberbayern. Die Tour zur Oberen Firstalm ist ideal für Einsteiger und bietet spektakuläre Ausblicke auf die umliegende Bergwelt. Die Route führt durch verschneite Wälder und über sanfte Hänge, wobei Sie etwa 300 Höhenmeter überwinden. Die Gehzeit beträgt rund 2,5 Stunden, und die Schwierigkeit ist als leicht bis mittel einzustufen.

Besonders reizvoll ist die Einkehr in der urigen Oberen Firstalm, wo Sie sich bei hausgemachten Schmankerln aufwärmen können. An klaren Wintertagen reicht der Blick bis zu den Zentralalpen. Die Tour ist familienfreundlich und auch für weniger geübte Winterwanderer geeignet.

2. Röthelmoos-Schneeschuhtour bei Berchtesgaden

Das Röthelmoos im Nationalpark Berchtesgaden verwandelt sich im Winter in ein märchenhaftes Hochtal. Diese mittelschwere Tour startet in Ramsau und führt durch einen zauberhaften Bergwald zum weiten Hochmoor des Röthelmooses. Die Kulisse des Hochkalters und der umliegenden Berggipfel ist atemberaubend.

Die Strecke ist etwa 12 Kilometer lang mit 400 Höhenmetern und nimmt etwa 4 Stunden in Anspruch. Unterwegs laden mehrere Hütten zur Einkehr ein. Besonders beeindruckend ist die Tour an Tagen mit Neuschnee, wenn die Bäume unter ihrer weißen Last beugen und die Landschaft wie verzaubert wirkt. Wichtig ist, sich vorher über die Lawinensituation zu informieren und im Zweifel einen ortskundigen Bergführer zu engagieren.

3. Wallberg-Wintertraum am Tegernsee

Für erfahrene Schneeschuhwanderer bietet die Tour auf den Wallberg ein unvergessliches Erlebnis. Wer möchte, kann mit der Wallbergbahn auffahren und von dort aus eine Rundtour unternehmen. Die Alternative ist der Aufstieg vom Tal, der allerdings anspruchsvoll ist mit seinen 850 Höhenmetern.

Oben angekommen, werden Sie mit einem 360-Grad-Panorama belohnt, das vom Tegernsee über das bayerische Voralpenland bis zu den Zentralalpen reicht. Bei guter Sicht können Sie sogar die Zugspitze erkennen. Die Tour dauert etwa 4-5 Stunden und erfordert gute Kondition sowie Erfahrung im winterlichen Gelände. Trittsicherheit ist unbedingt erforderlich, da einige Passagen ausgesetzt sind.

4. Familientour zur Lenggrieser Hütte

Diese leichte Schneeschuhtour ist perfekt für Familien mit älteren Kindern. Der Ausgangspunkt liegt bei Lenggries, von wo aus ein gut markierter Weg zur Lenggrieser Hütte führt. Die Strecke ist etwa 6 Kilometer lang mit nur 250 Höhenmetern, was auch für weniger trainierte Wanderer gut zu bewältigen ist.

Die gemütliche Berghütte lädt zur ausgiebigen Pause ein, und Kinder freuen sich über die Möglichkeit, im Schnee zu spielen. Die Gehzeit beträgt etwa 2 Stunden pro Richtung. Der Weg führt durch lichte Wälder und über freie Almflächen, wobei Sie ständig von einer herrlichen Bergkulisse umgeben sind. Diese Tour eignet sich auch hervorragend für einen ersten Schnupperkurs im Schneeschuhwandern.

5. Hochplatte-Überschreitung für Fortgeschrittene

Erfahrene Bergsteiger finden auf der Hochplatte bei Marquartstein eine anspruchsvolle Herausforderung. Diese alpine Tour erfordert nicht nur gute Kondition, sondern auch Bergerfahrung und sichere Orientierung. Die Überschreitung bietet hochalpines Ambiente mit atemberaubenden Tiefblicken und einem grandiosen Gipfelpanorama.

Mit etwa 1000 Höhenmetern und einer Gehzeit von 6-7 Stunden ist dies eine Tagestour für ambitionierte Winterwanderer. Die Route führt durch steiles Gelände, und Lawinengefahr muss stets einkalkuliert werden. Ein LVS-Gerät, Schaufel und Sonde sind Pflichtausrüstung. Bei unsicheren Verhältnissen sollten Sie diese Tour unbedingt mit einem erfahrenen Bergführer unternehmen.

Sicherheitstipps für Schneeschuhtouren

Sicherheit hat beim Winterwandern oberste Priorität. Informieren Sie sich vor jeder Tour über die aktuelle Wetterlage und den Lawinenlagebericht. Auch wenn Schneeschuhtouren oft als harmlos gelten, bewegen Sie sich in alpinem Gelände mit realen Gefahren. Lawinen sind die größte Bedrohung im winterlichen Berggelände.

Zur Grundausstattung gehören neben guten Schneeschuhen und Stöcken auch warme, aber atmungsaktive Kleidung im Zwiebelprinzip, Handschuhe, Mütze, Sonnenbrille und Sonnenschutz. Ein Rucksack mit Erste-Hilfe-Set, Notfalldecke, ausreichend Wasser und energiereichen Snacks ist unerlässlich. Bei Touren im freien Gelände müssen LVS-Gerät, Schaufel und Sonde zur Standardausrüstung gehören.

Planen Sie Ihre Tour realistisch und berücksichtigen Sie, dass Schneeschuhwandern anstrengender ist als Sommerwandern. Im Winter sind die Tage kürzer, daher sollten Sie früh starten und genügend Zeitpuffer für unvorhergesehene Verzögerungen einplanen. Teilen Sie Ihre Routenpläne immer jemandem mit und melden Sie sich nach erfolgreicher Rückkehr.

Die richtige Ausrüstung

Die Wahl der richtigen Schneeschuhe hängt von Ihrem Körpergewicht, dem Gelände und den Schneeverhältnissen ab. Für Touren in den bayerischen Alpen empfehlen sich Schneeschuhe mit guten Steighilfen und robusten Harscheisen. Moderne Modelle sind leicht und komfortabel zu tragen. In den meisten Skiorten können Sie Schneeschuhe tageweise ausleihen, um verschiedene Modelle zu testen, bevor Sie sich zum Kauf entscheiden.

Teleskopstöcke sind unverzichtbar für das Gleichgewicht und entlasten die Knie beim Abstieg. Achten Sie auf breite Schneeteller, damit die Stöcke nicht tief im Pulverschnee einsinken. Gute Winterwanderschuhe sollten warm, wasserdicht und knöchelhoch sein. Gamaschen verhindern, dass Schnee in die Schuhe gelangt.

Fazit

Schneeschuhwandern in Oberbayern bietet unzählige Möglichkeiten, die Winterlandschaft auf besondere Weise zu erleben. Ob gemütliche Familientour oder anspruchsvolle Gipfelbesteigung – für jeden Geschmack und jedes Können gibt es die passende Route. Die Kombination aus körperlicher Aktivität, Naturerlebnis und der besonderen Winterstimmung macht jede Schneeschuhtour zu einem unvergesslichen Abenteuer.

Wenn Sie die Faszination des Schneeschuhwanderns selbst erleben möchten, aber noch unsicher sind oder die schönsten Routen mit einem erfahrenen Guide entdecken wollen, kontaktieren Sie uns gerne. Unsere zertifizierten Bergführer kennen die besten Schneeschuhtouren in Oberbayern und sorgen für ein sicheres und unvergessliches Wintererlebnis.

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